SaaS-Lösungen im Bereich von Business Software finden sich derzeit bei circa 11 Prozent der Unternehmen. Dies ergab eine Umfrage des auf die Softwareauswahl spezialisierten Beratungshaus Trovarit in Kooperation mit dem Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) an der RWTH Aachen. Aus Sicht der 529 Befragten sprechen vor allem...
... die Unterstützung verteilter Unternehmensstrukturen wie viele Standorte, Home Offices, Mobiler Außendienst, Flexibilität im Hinblick auf Nutzungsumfang (und auch –dauer), die Übernahme des Betriebsrisikos durch den Dienstleister sowie hohe Kostentransparenz für den Einsatz von ERP-Lösungen nach dem Ansatz von „Software as a Service“. Entsprechende Aussagen fanden jeweils bei über 50 Prozent der Studienteilnehmer starke beziehungsweise uneingeschränkte Zustimmung (Zustimmung 8-10 auf einer Skala von 1-10).
Hoch formalisierte Anwendungen eignen sich am besten
Jedoch eignen sich aus der Sicht der Studienteilnehmer vor allem Anwendunggebiete mit hoch formalisierten oder relativ einfachen Aufläufen. Zwischen 40 Prozent und 50 Prozent der Befragten sind gemäß der Stuide der Ansicht, dass der SaaS-Ansatz besonders für Business Software aus Anwendungsgebieten wie dem Personalwesen beziehungsweise der Entgeltabrechnung (circa 48 Prozent), dem Customer Relationship Management (circa 41 Prozent) und der Finanzbuchhaltung/dem Rechnungswesen (circa 40 Prozent) geeignet ist. Rund 35 Prozent der Teilnehmer sehen dies auch für das Projektmanagement sowie für das Dokumentenmanagement. Deutlich weniger der Befragten (15 Prozent bis 25 Prozent) halten den SaaS-Ansatz in Anwendungsgebieten der inner- und überbetrieblichen Logistik (Supply Chain Management, Warenwirtschaft und PPS) für besonders geeignet. Dienstleister sind gemäß der Studie dem SaaS-Ansatz gegenüber insgesamt deutlich aufgeschlossener als Handel und Industrie. Dabei reagiert laut Trovarit die Industrie im Hinblick auf einige Gegenargumente wie die begrenzte Flexibilität der Software sowie zum Teil auch fehlende (Spezial-)Funktionen besonders sensibel.
Standardisierung des Services
Beim Thema „ERP as a Service“ findet sich laut Trovarit auch ein Spannungsfeld wieder, das bereits vor 20 bis 25 Jahren die Diskussion im Bereich von Business Software befeuert hat: „Das Für und Wider der Standard-Software“. Der Vorteil dieses Ansatzes liege darin, dass nicht nur der Aufwand für die (Weiter-)Entwicklung der Software auf sehr viele Schultern verteilt werden kann, sondern auch der Aufwand und das Risiko für den Betrieb. Die Voraussetzung und gleichzeitig der Preis für diese Entlastung sei die Standardisierung des Services die dazu führt, dass die Software nicht in beliebigem Umfang auf die individuellen Gegebenheiten des einzelnen Anwenders zugeschnitten werden kann.
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