Die häufigsten Gründe für den ERP-Wechsel liegen in einem – entsprechend der eigenen Anforderungen – nicht ausreichenden Funktionsumfang, einer mangelnden Weiterentwicklung durch den Hersteller, der fehlenden Flexibilität und Unzufriedenheit mit dem Support des ERP-Dienstleisters – oftmals auch einer Kombination aus mehreren Faktoren. Dies ergab der ERP Trend Report 2009, eine von der SoftSelect GmbH durchgeführte…
… Untersuchung zum Einsatz von ERP-Systemen in 120 deutschen Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen im Auftrag der Demand Software Solutions GmbH. Weitere Gründe für den Wechsel reichen gemäß der Befragung von fehlender Bedienerfreundlichkeit, zu hohen Kosten in Wartung und Pflege sowie Wegfall des Herstellers, etwa durch Übernahme beziehungsweise im Zuge der Marktkonsolidierung.
Viele ERP-Installationen ab Jahr 2000
Da am häufigsten eine mangelnde Weiterentwicklung, nicht ausreichender Funktionsumfang und eine mangelnde Flexibilität beziehungsweise Anpassbarkeit genannt wurden, spiele das Alter der Software eine wesentliche Rolle. Die Ergebnisse zeigten, dass die ERP-Einführung bei gut der Hälfte aller Unternehmen nicht länger als bis zum Jahr 2000 zurückliege. Ein weiteres Drittel setze heute eine Software ein, die vor der Jahrtausendwende eingeführt wurde. Der Generationswechsel in puncto ERP-Software sei damit in den deutschen Unternehmen schon weit fortgeschritten.
18% der Unternehmen arbeiteten hingegen noch mit ihrer ersten ERP-Software. Diese Systeme seien in ihrer Komplexität häufig über viele Jahre gewachsen und über Schnittstellen an Drittsysteme angebunden. Die ERP-Software werde in diesen Fällen oftmals über Releaseupdates, eigene Anpassungen und vereinzelt mit Modulerweiterungen weiterentwickelt. Da über die Jahre viel in die eigene ERP-Software investiert wurde, sei die Bereitschaft, sich mit der Einführung einer neuen Lösung zu beschäftigen, oftmals geringer, als sie laut den Studienerstellern eigentlich aufgrund einer vielfach höheren IT-Kostenbasis sein sollte.
Business-Intelligence- und CRM-Integration Mehr als drei Viertel (79%) der Unternehmen planen laut der Studie die Integration weiterer Module in die Systemlandschaft in absehbarer Zeit. Demnach sehen nur etwa 21% der Unternehmen kurz- und mittelfristig keinen Bedarf, die ERP-Lösung zu ersetzen beziehungsweise zu erweitern. Die Betriebe, die konkrete Investitionsabsichten geäußert haben, planten Erweiterungen vor allem im Bereich der Vertriebs- und Marketingunterstützung (Customer Relationship Management CRM: 28%) sowie bei der Geschäftsanalytik (Business Intelligence 18%). Somit würde vor allem in die Systeme und Module investiert, mit deren Hilfe Umsatz- und Kostensenkungspotenziale aktiviert werden könnten.
Ebenfalls auf der Agenda sehen laut dem ERP Trend Report die IT-Entscheider Modulerweiterungen im Bereich Rechnungswesen und Controlling (circa 11%), PPS (circa 9%) und sonstige Module (10%) wie Product Lifecycle Management (PLM), Supply Chain Management (SCM), Qualitätsmanagement (QM), Corporate Performance Management (CPM), Manufacturing Execution Systeme (MES), Advanced Planning & Scheduling (APS) und Zollabwicklung (Atlas). Weitere Investitionen sollen in den Bereichen Personal (Human Resources: 5%), Warenwirtschaft (WWS: 5%) und Betriebsdaten-/ Maschinendaten-/ Personalzeiterfassung (BDE/MDE, PZE: ca. 4%) vorgenommen werden.
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