In einer Pressekonferenz gab die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe e.V. (DSAG) bekannt, dass eine nicht unerhebliche Anzahl ihrer Mitglieder zu verstehen gegeben hat, die ab 1. Januar 2009 geltenden Verträge für den verbindlichen Enterprise Service der SAP...
...nicht zu unterzeichnen. Diese SAP-Kunden würden dann ohne Wartungsleistung in das neue Jahr gehen, aber auch ohne Zahlungen an die SAP. Henning Kagermann, Co-Vorstandsvorsitzender der SAP, habe aber zugesichert, dass die SAP bei ernsten Hilfebedarf keine wirtschaftliche Notsituation dieser SAP-Kunden entstehen lasse. Es könne sich dabei aber nur um so genannte Prio 1-Fälle handeln, also beispielsweise wenn bei einem Logisitkunternehmen kein LKW mehr vom Hof fährt und die Ursache dafür im SAP-System liegt.
Ton verschärft sich
Eine weitere Gruppe der DSAG-Miglieder habe angekündigt, weiterhin nur 17 Prozent der Lizenzsumme als Wartungsgebühr zu überweisen - also den Prozentsatz für den bisherigen Standard Support der SAP. Es gebe aber auch Mitglieder, die den neuen Wartungsvertrag bereits unterzeichnet hätten. Wie groß die Gruppen jeweils sind, gab die DSAG nicht bekannt.
SAP Enterprise Support steht weiter in der Kritik
Die Anzahl der Rückmeldungen von SAP-Kunden sowohl innerhalb der DSAG als auch aus zahlreichen Verbänden und Initiativen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, darunter leitende IT-Verantwortliche aus dem Kreis des CIO-Circle, zeige deutlich, dass das neue Support-Modell der SAP auf breiter Ebene inhaltlich weiter deutlich in der Kritik steht. "Der Ton der Kunden gegeüber der SAP verschärft sich", erklärt Andreas Oczko, Stellvertretender Vorsitzender der DSAG.
Fortschritte im Dialog reichen nicht aus
Es gebe zwar Fortschritte im Dialog mit der SAP, diese seien aber nicht annähernd ausreichend. Eine kartellrechtliche Prüfung des verbindlichen Enterprise Support der SAP laufe unter einem generalistischen Ansatz. Die DSAG selbt könnte aber eine Klage nicht führen, sondern nur die einzelnen Mitglieder.
Standard-Support bleibt zentrale Forderung
Unbeachtet des Dialogs mit der SAP, bleibe die Forderung nach dem bisherigen Standard Support weiterhin die zentrale Forderung der DSAG. Um den Druck aus der Diskussion zu nehmen, und weil die Leistungsbeschreibung für den Enterprise Support noch nicht final sei , schlägt die DSAG vor, die Einführung des verbindlichen Enterprise Support um ein Jahr zu verschieben. "SAP-Kunden können nicht einen Vertrag unterschreiben, dessen Leistungsumfang nicht abschließend geklärt ist", betont Dr. Mario Günter, Geschäftsführer bei der DSAG.
Minimal-Support angeregt
Da die SAP erklärt habe, keine unterschiedlichen Support-Modelle mehr anbieten zu können, hat die DSAG die Einführung eines Minimal-Supports zu einem noch auszuhandelnden Prozentsatz vorgeschlagen. "Dieser muss unter 17 Prozent liegen", legt sich der stellvertrentende DSAG-Vorsitzenden Oczko fest.
Schulterschluss mit Wirtschaftsverbänden
Darüber hinaus stehe die DSAG mit verschiedenen Wirtschaftsverbänden darunter beispielsweise der Verband der Chemischen Industrie e.V. (VCI) und der Verband der deutschen Papierindustrie e.V. (VDP) in Verbindung und habe gemeinsame Schritte eingeleitet, um die Interessen der SAP-Kunden vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Stagnation zu verdeutlichen und Lösungswege gemeinsam mit SAP zu diskutieren. Dazu stehe ein Treffen mit dem SAP-Vorstand an, zu dem weitere Verbände eingeladen sind.
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