Bingo! Wie in der vergangenen Woche berichtet , kam heute hinter dem Produktvorhang der SAGE-Adonix als ERP X3 zum Vorschein. "Die meisten ERP-Lösungen auf dem Markt sind viel zu mächtig und schwerfällig und daher letztlich nicht mittelstandstauglich" kritisiert Peter Dewald, Geschäftsführer von Sage Deutschland, die ins Visier genommen Konkurrenten wie SAP, Microsoft, Infor und IFS . Sage ERP X3 sei dagegen...
...anders. Laut Dewald nämlich: "einfach, flexibel und die richtige Wahl für mittelständische Unternehmen mit internationalen Ambitionen.“
Sage-Partner sind erstmal nicht dabei
Adressieren will der bislang ausschließlich über Partner am Markt agierende ERP-Hersteller dieses Marktsegement über einen eigenen direkten Vertriebskanal. "Wir wollen jetzt aber kein Systemhaus werden", stellt Dewald klar. Die Vertriebskanäle von Sage Deutschland entsprechen laut Dewald dem jeweiligen Marktsegment, das sie adressieren.
Noch kein Kunde mit deutschen Hauptsitz
Die beiden ersten Kunden von Sage ERP X3 stammen aus dem Adonix-Mutterland Frankreich. Der auf Leuchtreklame spezialisierte Hersteller ARLUX SA will seine deutsche Niederlassung mit der neuen ERP-Suite von Sage ausrüsten. Am französischen Haupsitz in Frankreich arbeitet das Unternehmen bereits mit Adonix. „Mit der Einführung von Sage ERP X3 in Deutschland schließt Sage eine wichtige Lücke auf der europäischen Arlux-Weltkarte. Dank der internationalen Software-Lösung können wir die Zusammenarbeit zwischen unseren europäischen Unternehmensteilen erheblich verbessern und die Transparenz unserer Unternehmens-Kennzahlen deutlich erhöhen“, erklärt Arnaud Meynial, CEO der Arlux France SA. Laut Franz Bruckmaier, Managing Director Business Unit Midmarket bei Sage Deutschland, beginne der Verkaufsstart in Deutschland mit dem heutigem Tag.
Ergänzung zu SageBäurer-Produktlinien
Die Sage Group und jetzt auch Sage Deutschland adressieren mit dem ehemaligen Adonix international tätige Unternehmen des gehobenen Mittelstandes mit 150 bis 2500 Mitarbeitern. Zielbranchen sind Unternehmen sowohl der diskreten Fertigung als auch der Prozessfertigung und der Handel sowie Dienstleister. Die durchschnittlichen Projektkosten taxiert Sage auf 120000 bis 500000 Euro. Sage ERP X3 sei aktuell bereits in 35 Ländern weltweit verfügbar und unterstütze dabei die jeweils spezifischen Sprachen, Währungen und Gesetzgebungen dieser Länder. Stand heute arbeiten den Angaben zufolge rund 2300 Unternehmen mit insgesamt circa 70000 Anwendern mit der webbasierten ERP-Suite. Sage ERP X3 solle die SageBäurer-Produktlinien nicht ersetzen, sondern das Produktportfolio für international tätige Unternehmen erweitern.
Auf verschieden Betriebssystemen einsetzbar
Als Datenbank unterstützte Sage ERP X3 Oralce-Produkte und den Microsoft SQL-Server. Die Opensource-Datenbank MySQL ist bis dato nicht vorgesehen. Die ERP-Suite läuft den Angaben zufolge unter Betriebssystemen wie Windows (2003, XP), Unix (AIX, HP) oder Linux (Red Hat). Im Standard unterstützt Sage ERP X3 den Internetbrowser Internet Explorer von Microsoft.
Unicode-Unterstützung
ERP X3 unterstütze native Unicode. "Eine vitale Fähigkeit beispielsweise für in China tätige Unternehmen", betont Christopher Catterfeld, Director Marketing und Business Line ERP X3 bei Sage bäurer. Unter anderem sei die Software Stand heute für Deutschland, USA, Großbritannien, Frankreich, Italien, Portugal, Spanien, Argentinien, China sowie weiteren Regionen erhältlich, in denen die ERP-Software auch um entsprechende Partnerlösungen ergänzt werde.
Keine DATEV-Schnittstelle
Sage ERP X3 ist laut Angaben GoB-zertifiziert (Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung) und unterstützt den elektronischen Zahlungsverkehr mit DTAUS, DTAZV, MT940 etc.. Eine DATEV-Schnittstelle erhält die ERP-Software bis dato nicht, da diese für das adressierte Marktsegement keine so hohe Bedeutung habe. Laut Volker Hornung, Presales-Mitarbeiter für Sage ERP X3 bei Sage, sei es aber bei Wunsch möglich, diese als gekapselten Service von der Produktlinie SageBäurer einzusetzen.
Integrierte ERP-Suite
Bei der Vorstellung der neuen ERP-Produktlinie in München stellte der Deutschland-Chef von Sage, Peter Dewald, heraus, dass es sich bei ERP X3 um eine integrierte ERP-Suite handelt. "Das gilt auch für die Finanzwirtschaft", betont Dewald. Zudem liefere die enthaltene Business-Intelligence-Funktionalität Kennzahlen über alle Anwendungen hinweg. "Die Drill-down-Funktionen sind auch in der Warenwirtschaft verfügbar", ergänzt der Director Business Line X3 Catterfeld.
BI-Funktion durch integrierte SAP Crystal-Reports-Technologie
Die Business-Intelligence-Funktionalitäten der ERP-Lösung werden auf Basis der weltweit eingesetzten Crystal-Reports-Technologie bereitgestellt. Eigentümer von Crystal Reports ist die jetzt von Sage ins Visier genommene SAP. Der Berichtsspezialist kam durch die Übernahme von Business Objects zu dem ERP-Riesen SAP. Schwierigkeiten erwartet Sage-Chef Dewald deswegen keine: Sage arbeite auch erfolgreich mit Microsoft zusammen, obwohl die Softwarehersteller in Teilmärkten im Wettbewerb stehen: "Das können wir auch mit SAP."
Berichte aus unterschiedlichen Datenquellen
Die integrierte Software Sage ERP X3 erlaube es den Anwendern, aus unterschiedlichsten Datenquellen Statistiken und Berichte zu erstellen und in Form von Tabellen oder Grafiken den Nutzern verfügbar zu machen. Mit Hilfe der Reportfunktionen lassen sich den Angaben zufolge aus fast jeder Datenquelle (egal ob Datenbank, Textdatei, XML-basierter Datei oder OLAP (Online-Analytical-Processing)), Informationen herausfiltern und weiterbearbeiten. Das Programm unterstütze den Anwender unter anderem beim Entwurf von interaktiven Berichten, die sich in Formate wie PDF, RTF oder Excel exportieren lassen. Auch lassen sich die Analysen laut Sage im Web über Web-Services veröffentlichen oder in externe Anwendungen integrieren.
Integriertes Customer Relationship Management
Mit dem den Angaben zufolge ebenfalls integrierten Customer-Relationship-Management (CRM)-Werkzeug könnten Unternehmen ihre Kundenkommunikation, Service- und Support-Dienstleistungen deutlich verbessern. Die Software liefere beispielsweise Funktionalitäten für die Automatisierung von Vertriebsprozessen, die es den Anwendern erlauben, Kundentermine, Servicezeiten oder Liefertermine zu hinterlegen, um so alle Vertriebsprozesse professionell zu steuern. Die Geschäftsführung erhalte mit den integrierten CRM-Funktionen einen kompletten Überblick über den Status aller Vertriebsaktivitäten, so dass künftige Umsätze tagesaktuell vorhergesagt werden könnten. Das System enthalte auch Funktion für die Steuerung von Call-Center-Mitarbeitern und unterstütze die Anwender bei der Planung von Marketing-Kampagnen durch ein integriertes Kampagnen-Management-Werkzeug.
Einschätzung von Gartner-Analyst
Christian Hestermann, Research Director ERP beim Marktforschungsunternehmen Gartner, sieht Sage ERP X3 als sinnvolle Erweiterung des bestehenden Portfolios an. „Der Trend zur Globalisierung betrifft den deutschen Mittelstand in zunehmendem Maße. Nicht nur im gehobenen Mittelstand ist das grenzüberschreitende Geschäft längst eine Selbstverständlichkeit. Immer mehr Firmen sind selbst im Ausland vertreten. Insofern ist die Strategie von Sage, nun auch in Deutschland dem gehobenen Mittelstand mit Sage ERP X3 eine international verfügbare Lösung anzubieten, konsequent und richtig", so Hestermann. „Angesichts der zunehmenden Globalisierung der Märkte ist die Einführung der neuen Lösung eine sinnvolle Erweiterung des bestehenden ERP-Portfolios und ein wichtiger Schritt für Sage, um im Wettbewerb in diesem Marktsegment besser bestehen zu können", urteilt der Gartner-Analyst.
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