Horror-Autor Stephen King führte dem DSAG-Vorsitzenden Karl Liebstückel die Feder, als er die Folien seiner Eröffunungsrede für den Kongress der SAP-Anwendergemeinschaft verfasste (siehe Foto) . "ES", also der verbindliche Enterprise Support für alle SAP-Anwender, schockte die SAP-Klientel im Juli. Der DSAG-Vorsitzende appellierte daher eindringlich an die SAP und deren anwesenden CEO Henning Kagermann:...
..."Machen Sie den verplichtenden "ES" rückgängig!" Der SAP-Chef hörte den Appell, Wirkung zeigte er wenig: "Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir nicht immer die Antworten geben können, die Sie hören möchten", machte der scheidende SAP-Chef klar, dass sich wohl nicht mehr allzuviel ändern wird an "ES". Das verdeutlichte sich auch im Verlauf seiner weiteren Rede: "Wir sind ein Hersteller von Standard-ERP-Software und haben auch Standardkonditionen", verwies Kagermann auf die Support-Preise der Wettbewerber ohne Konkurrenten wie Oracle zu nennen.
Wartung bildet größten Umsatzanteil der SAP
Auf einem von Henning Kagermann gezeigten Slide wurde deutlich, dass die SAP schon heute den größten Teil ihres Umsatzes mit Wartung einnimmt. Die zunehmende, von SAP laut Kagermann nicht zu verantwortende Komplexität der IT-Landschaften erfodere aber, ein erweitertes Support-Angebot, wie "ES" es biete.
Preiserhöhung ist nicht gerechtfertigt
Die von Liebstückel in seiner Eröffungsrede aufgeführten Reaktionen der SAP-Anwender verdeutlichten aber, dass diese anderer Meinung sind und ihr Kampfeswille durchaus groß ist: Das Plenum auf dem Leipziger-Kongress beklatschte kräftig, das Statement: "ES" wird als schlichte Preiserhöhung wahrgenommen: "Die Qualität des derzeitigen Support rechtfertige keine Preiserhöhung", gab Liebstückel die Ansicht der SAP-Anwender dazu wieder. Desweiteren werde die Tür zum Mittelstand durch "ES" ein weiteres Mal zugeschlagen, und "ES" werde sich auch auf Investitionentscheidungen auswirken - insbesondere im Mittelstand.
Weiterhin Gesprächsbedarf
Gesprächsbedarf gibt es zu "ES" daher laut Liebstückel auch weiterhin, ob Gespräche alleine Wirkung zeigen, ist fraglich. Ohne konkreten Druck wird der SAP-Riese wohl nicht zu größeren Veränderungen zu bewegen sein. Druck entsteht aber erst, wenn Kunden konkret drohen abzuwandern - vor allem, wenn es sich um große Kunden handelt. Bei denen liegt aber der Kanaldeckel auf dem Zugang zum Horroszenario bei fünf Millionen Euro Supportkosten pro Jahr.
Maßnahmenkatalog in Vorbereitung
Auch Liebstückel weiß, dass die DSAG an einem Punkt angelangt ist, an dem sich ohnne zusätzlichen Druck nichts bewegen wird bei dem Softwareschwergewicht SAP. "Deshalb sind wir jetzt an die Öffentlichkeit gegangen." Welche weiteren Folterwerkzeuge genau im Keller bereit liegen, wollte Liebstückel allerdings noch nicht verraten. Verraten hat er aber, dass im nächsten Jahr der designierte alleinige SAP-Chef Leo Apotheker zum DSAG-Kongress kommt: "Das hat er schriftlich zugesagt."
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