Mit dem Vertrieb der ARIS Lizenzen hat die IDS Scheer AG, internationaler Lösungsanbieter für das Geschäftsprozessmanagement (BPM), im zweiten Quartal 2008 einen Umsatz von 11,9 Mio. Euro erreicht. Dies bedeutet ein Plus von 2% gegenüber dem bereits schwachen Lizenzgeschäft (- 27 Prozent im Vorjahresvergleich) im ersten Quartal 2008 aber auch erneut ein dickes Minus von 24% gegenüber dem Vorjahreswert. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Saarbrücken befindet sich in der strategischen Neusausrichtung. Bereits im April 2008 beschloss der BPM-Spezialist…
…Maßnahmen zur Stärkung der Profitabilität und zur Erhöhung des Lizenzvolumens. Zu diesem Zweck will IDS Scheer die Kräfte bündeln: Durch die engere Verbindung des ARIS-Produkt-Know-hows mit der Branchenkompetenz im Beratungsbereich soll der Mehrwert für den Kunden wesentlich erhöht werden. In Zukunft werde der Geschäftsbereich Beratung, zusätzlich zum ARIS Produktvertrieb, den Verkauf von ARIS Lizenzen vorantreiben. Gleichzeitig werde die Fokussierung der Ressourcen im Beratungsbereich auf ertragsstarke Consultingthemen umgesetzt.
Wartungs-, Services- und Beratungsumsatz wächst
Der Geschäftsbereich Produkte, der Lizenzen, Wartung und Services rund um die ARIS-Softwareplattform umfasst, erzielte einen Quartalsumsatz von 32,2 Mio. Euro. Das bedeute ein Wachstum von 11% im Vergleich zum vorhergehenden ersten Quartal aber auch einen Rückgang von 7% gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Produktbereich erwirtschaftete ein EBITA von 4,9 Mio. Euro und somit eine Ergebnismarge von 15,1% nach 6,5% im ersten Quartal 2008. Damit wurde das Ergebnis mit +157% im Vergleich zum ersten Quartal 2008 mehr als verdoppelt, während im Vorjahresvergleich ein Rückgang von 40% zu verzeichnen war.
Die ARIS Wartungserlöse betrugen 6,7 Mio. Euro im zweiten Quartal 2008 und legten demnach im Vorquartalsvergleich um 11% und im Vorjahresvergleich um 20% zu. Mit ARIS Services, also produktnahen Dienstleistungen wie Schulungen, wurden 13,6 Mio. Euro umgesetzt. Das ist ein Zuwachs von 22% gegenüber dem ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres und 2% gegenüber dem Vorjahr.
Der Geschäftsbereich Beratung konnte den Umsatz im zweiten Quartal 2008 sowohl im Vergleich zum vorhergehenden Quartal um 7% als auch gegenüber dem Vorjahresquartal um 7% auf 69,9 Mio. Euro weltweit ausweiten.
Organische Umsatzsteigerung
IDS Scheer habe den Umsatz im zweiten Quartal 2008 auf 102,1 Mio. Euro (VJ: 99,6 Mio. Euro) rein organisch gesteigert. Dies entspricht laut Angaben einem Wachstum von 8% gegenüber dem vorhergehenden ersten Quartal 2008 und von 3% gegenüber dem Vorjahresquartal. Währungsbereinigt ergebe sich ein Wachstum des weltweiten Umsatzes im Vorjahresvergleich von 4%. Die IDS Scheer Gruppe erwirtschafte ein operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibung der immateriellen Vermögenswerte (EBITA) von 7,7 Mio. Euro. Damit habe sich das EBITA gegenüber dem ersten Quartal 2008 mit einem Plus von 85% fast verdoppelt. Gegenüber dem Vorjahresquartal (Q2-2007: 10,0 Mio. Euro) sei erwartungsgemäß ein Rückgang zu verzeichnen, nachdem das Vorjahresquartal durch außergewöhnlich große Lizenzaufträge geprägt war. Die EBITA-Marge betrug 7,5% im Berichtsquartal.
Große Softwarehersteller drängen in BPM-Markt
IDS Scheer unterhält zu großen Software-Herstellern im B2B-Markt Partnerschaften. An erster Stelle ist die SAP zu nennen, aber auch Microsoft und Oracle gehören dazu. Doch sowohl SAP als auch Oracle engagieren sich selbst zunehmend im BPM-Markt, und der IT-Gigant IBM hat durch die Übernahme von Ilog sein Interesse an diesem Geschäft ebenfalls untermauert. Die kürzlich kursierenden Gerüchte einer Übernahme von IDS Scheer durch die SAP sind zwar derzeit verstummt, Sinn machen würde aber die Akquisition für die Walldorfer. Sie könnten ihrem schärfsten ERP-Konkurrenten Oracle auch im BPM-Markt schärfer entgegentreten sowie auch IBM und Microsoft ärgern und bekämen neben den Softwarecodes der IDS Scheer eine Service- und Beratungsmannschaft hinzu, die ihre Stärke auch im zweiten Quartal 2008 unter Beweis gestellt hat.
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