Fünf neue Branchenkomplettlösungen mit definiertem Leistungsumfang für kleinere, mittelständische Unternehmen erweitern das Angebot der SAP im Mittelstand. Die Software-Pakete auf Basis…
…der Produktlinie All-in-one adressieren Automobilzulieferer, Kleinserien- und Komponentenfertiger sowie Metall- und Kunststoffverarbeiter. Der Softwarekonzern richtet sich mit dem Angebot an Unternehmen mit 100 bis 500 Mitarbeitern, die zwischen zehn und 50 Benutzer-Arbeitsplätze mit der Enterprise-Resource-Planning (ERP)-Software ausstatten. Durch Standardisierungen und Best Practices könne sich die Implementierungszeit auf bis zu zehn Wochen reduzieren.
Die Pakete decken den Angaben zu Folge betriebswirtschaftliche Prozesse eines Unternehmens , von der Entwicklung über Beschaffung, Produktion, Vertrieb, Versand bis hin zu Service, Rechnungswesen und Geschäftsanalysen ab. Branchenspezifisch angepasste Funktionen etwa für Auftragsabwicklung, Materialwirtschaft, Produktions- und Logistikprozesse würden die Branchenlösungen ergänzen.
Festpreise sichern Projektkosten
In Deutschland bietet die SAP die Software-Pakete zu Komplettpreisen an. Beispielsweise kosten zehn Lizenzen inklusive Implementierung 90000 Euro. Als erste Referenzkunden nennt die SAP den Kunststoffhersteller SDI-Molan und Behälterbauer Rieger.Die Branchenlösungen wurden von SAP gemeinsam mit den Partnern All-for-One, applied international informatics, cogimo, Cubis, Itelligence, Sycor und T-Con voreingestellt und konfiguriert, und werden über ausgewählte Vertriebs- und Servicepartner der SAP wie Kirbis vermarktet.
Microsoft ist Hauptwettbewerber
SAP will mit den neuen Mittelstandspaketen vor allem Microsoft Paroli bieten. „Unser Hauptwettbewerber in diesem Segment“, betont SAPs deutscher Mittelstandschef Andreas Naunin. Der weltweit größte Softwarehersteller Microsoft adressiert mit seinen Dynamics-Produktlinien für die Unternehmenssteuerung den gesamten mittelständischen Markt. In Deutschland ist vor allem die Produktlinie Dynamics NAV weit verbreitet, die in etwa die selbe Zielgruppe adressiert wie die neuen Branchenpakete der SAP. Aber auch Herstellern wie Infor oder der SoftM AG will die SAP laut Naunin mit dem neuen Angebot stärkeren Wettbewerb bereiten.
Überlappende Produktpositionierung im Mittelstand
Laut Gartner-Analyst Christian Hestermann hat die SAP mit Software-Paketen, die vorgefertigte Branchenfunktionen enthalten, die Anforderungen mittelständischer Unternehmen erkannt. Skeptisch zeigt sich der Analyst aber bei den Total Cost of Ownership (TCO), der auf der Produktlinie All-in-one basierenden Branchenpakete: „Wartung und benötigte Hardware können den Gesamtpreis deutlich erhöhen.“
Zukunft der ERP-Hersteller entscheidet sich im Mittelstand
Die Zukunft der Hersteller von Unternehmens-Sofware hängt laut Rüdiger Spies, Vice President Enterprise Applications bei IDC, aber maßgeblich von ihrem Erfolg im Mittelstand ab. Die im Großkundengeschäft erfolgreiche SAP unternimmt seit einigen Jahren Anstrengungen auch bei dieser Klientel zu punkten. Ihr Portfolio für dieses Marktsegment umfasst bisher bereits die Produktlinien All-in-one für den gehobenen und Business One für den untersten Mittelstand. Im ersten Halbjahr 2008 will die SAP ihr Mittelstandsangebot neben den jetzt angekündigten Branchepaketen zu dem um eine so genannte On-Demand-Lösung, Codename A1S, erweitern. Mit der Software zur Miete über das Internet will die SAP vor allem neu gegründete Unternehmen gewinnen, die ohne hohen Investitionsaufwand starten möchten, und Betriebe, die keine großen Anpassungen der Software an ihre Geschäftsabläufe benötigen. Genau in dieser Produktvielfalt sieht Gartner-Analyst Hestermann das größte Risiko für den Erfolg der SAP in diesem Marktsegment. „Die unklare Produktpositionierung verunsichert den Markt und beeinträchtigt stark die Erfolgsaussichten der SAP“, erklärt Hestermann.
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