Auf ihrer Finanzpressekonferenz hat die SAP AG heute weitere Einzelheiten zu der unter dem Codenamen A1S entwickelten neuen Softwarelösung sowie einem entsprechenden Geschäftsmodell für...
...mittelständische Unternehmen dargelegt. „Wir kombinieren die Stärken der neuen Plattform, die SAP über die vergangenen drei Jahre entwickelt hat, mit einem neuen Ansatz für die Bereitstellung und den Einsatz von Software. Damit wollen wir die mittelständischen Firmen ansprechen, deren Anforderungen weder traditionelle Softwareangebote noch bestehende On-Demand-Lösungen erfüllen“, erläuterte Henning Kagermann, Vorstandssprecher der SAP. Die Lösung ergänzt das bestehende Softwareportfolio, All-in-one (AIO)und Business One (SBO), und nutzt eine neue serviceorientierte Architektur für Geschäftsanwendungen (enterprise service-oriented architecture, Enterprise SOA). Die neue Lösung sei eine komplette Software-Suite, die sämtliche Anforderungen eines mittelständischen Betriebs abdeckt. Konkrete Angaben zum Preismodell für A1S machte der SAP-Chef nicht. "Es wird wettbewerbsfähig sein", hielt sich Kagermann bedeckt. A1S richtet sich laut SAP an ein größeres Marktsegment im Mittelstand mit einem Potenzial von rund 15 Milliarden US-Dollar, das nach Ansicht von SAP bisher nicht in ausreichendem Umfang mit verfügbaren Geschäftsanwendungen versorgt wurde. Eine Kanibalisierung der bestehenden Produktlinien für den Mittelstand (AIO) und (SBO)) mit dem heute angekündigten A1S befürchtet Kagermann nicht.
Die neue Mittelstandslösung kann den Angaben zu Folge sowohl im Hosting-Verfahren als auch On-Demand eingesetzt werden und ermögliche damit deutlich geringere Betriebskosten. Laut Henning Kagermann bietet die geplante Mittelstandslösung zahlreiche Innovationen, die eine schnelle und mit geringen Risiken verbundene Implementierung, hohe Anpassungsfähigkeit sowie eine einfache Bedienung ermöglichen. Die neue Lösung nutzt die Vorteile einer service-orientierten Architektur und wird Kunden in einem so genannten “Try-Run-Adapt“-Modell (Ausprobieren, Einsetzen, Anpassen) angeboten. Dazu werde SAP verstärkt Möglichkeiten des Internet- und Telefonvertriebs nutzen. Die Software könne angefangen vom regulären Tagesbetrieb bis hin zu Upgrades komplett von Extern verwaltet werden (Remote Management). Derzeit befinde sich die Lösung in der ersten Markterprobung und SAP werde noch im laufenden Quartal weitere Details zur Produkt-Roadmap sowie ergänzende Einzelheiten bekannt geben. Laut Henning Kagermann werde das neue Produkt noch in diesem Jahr zeigen müssen, dass es volumenfähig ist, also der Prozess try, run and adapt abgebildet werden kann.
SAP plant insbesondere die Investition in neue Vertriebsstrategien sowie entsprechende Prozesse und Infrastrukturen, die auf das Volumengeschäft, neue Kundenbeziehungen und ein größeres, diversifiziertes Partnernetz ausgerichtet sind. Die Vermarktung, Organisation und das Multichannel-Konzept für die neue Lösung verantwortet der kürzlich geschaffene globale Geschäftsbereich Mittelstand unter Leitung von Hans-Peter Klaey.
Laut dem SAP-Vorstandsmitglied Leo Apotheker arbeiten derzeit weltweit 9480 Kunden mit der Mittelstandslösung für den gehobenen Mittelstand All-in-one und 12800 mit Business One (siehe Bild).
SAP will laut Vorstandschef Kagermann bis 2010 etwa 40 bis 45 Prozent seines Auftragseingangs aus dem Marktsegment Mittelstand generieren. Die Walldorfer sehen sich nach eigener Einschätzung allerdings bereits heute als führend in diesem Marktsegment an (siehe Bild).
Microsoft hat für seine unter Dynamics zusammengefassten Unternehmensanwendungen auf der Kundenveranstaltung Convergence in München Ende 2006 ebenfalls ERP-Anwendungen über das Internet angekündigt.
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