In einer Pressekonferenz in München hat Reinhold Karner, Gründer und CEO der Semiramis Software AG und der Semiramis Software GmbH, die Hintergründe der Zahlungsunfähigkeit der beiden Untenehmen, das Fachmagazin is report berichtete exklusiv, sowie seine Zukunftspläne für die Java-basierende ERP-Suite erläutert. Die bis zur Insolvenz bestehende...
...Firmenstruktur, siehe Foto, sollte durch eine Zusammenführung der von Karner alleine gehaltenen KTW Software&Consulting GmbH mit Semiramis ersetzt werden. Die geplante Firmenzusammenführung, siehe Foto, hätte eine Mehrheitsbeteiligung der Familie Karner an Semiramis von 71 Prozent vorgesehen, während der bisher mit 45 Prozent an Semiras beteiligte Multimedia-Magnat Franz Koch 15 Prozent gehalten hätte. "Der letzte Verhandlungsstand hätte 20 Prozent für Herrn
Koch vorgesehen", erklärt Karner, und betont: "Es war Herrn Koch freigestellt, seinen Anteil zu erhöhen." Für diesen ist jedoch das Thema Semiramis abgehakt, sagte Koch gegenüber der Tiroler Tageszeitung, und machte klar, dass weitere Ambitionen seinerseits ausgeschlossen sind: "Ich schließe aus, dass ich Semiramis übernehme."
Knackpunkt Softwarerechte
Ob es eine Zukunft für die ERP-Suite Semiramis und die rund 250 Kunden, davon sind laut Karner circa 80 bei der KTW unter Vertrag, geben wird, ist bis dato ungeklärt. Reinhold Karner hat zwar bereits gestern mitgeteilt, dass er Rechte an der Software und dem Markennahmen für die Weiterentwicklung und Vermarktung für die KTW reklamiert: "Die Softwarerechte gehören nach meinem Wissen aufgrund von Absonderungsverträgen auch der KTW", berichtet Karner, räumt aber ein: "Die rechtliche Lage ist hyperkomplex." Der Semiramis-Gründer betont aber auch, dass die KTW nicht die jurisitische Betriebsnachfolgegessellschaft der Semiramis sei." Aus guten Grund. Die KTW müsste dann für Verbindlichkeiten der Semiramis mithaften, die laut der Tiroler Tageszeitung in Bezugnahme auf den Kreditschutzverband allein in Österreich 8,5 Millionen Euro betragen.
Karner teilte mit, dass er sowohl Gespräche mit dem Insolvenzverwalter führen will: "Ich habe ein fertiges Konzept in der Schublade", als auch mit potenziellen Investoren und Partnern für die KTW: "Dass müsste aber jemand mit Softwareverstand sein", schränkt Karner die Kandidatenwahl ein. Der bisherige Partner Koch war ausschließlich finanziell an Semiramis beteiligt, während Karner als CEO für das operative Geschäft verantwortlich war.
Rückblickend erklärt Karner, dass er dier Entscheidung seines bisherigen Partners Koch akzeptiere und froh sei, dass trotz der schwierigen Lage endlich der Schwebezustand beendet sei. Zusammen hätten die beiden Unternehmer insgesamt rund 50 Millionen Euro in Semiramis investiert. Zusätzlich habe die KTW etwa 20 Millionen Euro für die Entwicklung systemtechnischer Komponenten der Software aufgebracht.
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