Das nächste Major-Release der Flagschiff-Produktlinie Office Line von Sage Deutschland könnte für Bestandskunden teuer werden – trotz Wartungsvertrag. Laut dem Fachmagazin is report
vorliegenden Informationen...
...diskutiert der Hersteller von Unternehmens-Software derzeit mit seinen Businesspartnern im Zusammenhang mit dem für 2007 erwarteten Release Office Line 4.0 das Pricing des Technologieupgrades von älteren Versionen der Office Line und die dafür erforderliche Kommunikation gegenüber den Bestandskunden.
Vor allem letzteres dürfte notwendig sein, denn viele Bestandskunden haben einen Wartungsvertrag mit Sage abgeschlossen. Auf seiner Website schreibt der Software-Herstellers zu seinem Wartungsvertrag: „Mit der Sage Wartung erhalten Sie mit Sicherheit den Wert Ihrer Software bzw. bauen ihn für Ihr Unternehmen aus – denn die Upgrades sind jetzt mit drin“ In der aktuellen Preisliste für die Office Line 3.4 wird unter dem Punkt Sage Wartung dieses Versprechen ebenfalls angeführt: Kostenlose Bereitstellung aller Programmupgrades, die die Funktionserweiterung der bestehenden Software umfasst. In den Allgemeinen Bedingungen definiert Sage unter Punkt 2.2.1 den Begriff Upgrade: „Nachfolgeversionen zeichnen sich durch eine andere Jahreszahl oder Versionsnummer aus und werden als "Upgrade" bezeichnet. Ein Upgrade weist i.d.R. zusätzliche Funktionalitäten im Vergleich zur Vorgängerversion auf.“
Hintertürchen AGBs
Im Kleingedruckten hat sich Sage aber ein Hintertürchen offen gehalten. Unter Punkt 3. Leistungsumfang Softwarewartung steht: „3.1 Die Softwarewartung beinhaltet folgende Leistungen: Zurverfügungstellung von Upgrades, während der Vertragslaufzeit, wobei Upgrades technische Weiterentwicklungen und/oder funktionale Erweiterungen der im Rahmen dieser Vereinbarung unterstützten Standardprodukte ohne Änderung der wesentlichen programmtechnischen Grundlagen (z.B. Programmaufbau, Programmiersprache) und Funktionalitäten beinhalten.“
Aus einem den is report vorliegenden Schreiben lässt sich schließen, dass das in den AGBs eingebaute Hintertürchen für zusätzliche Foderungen genutzt werden könnte. Dort heißt es: „Mit Erscheinen der nächsten Version der Office Line sind größer technologische Veränderungen geplant.“ Auch manche Vertriebspartner weisen in ihren Angeboten darauf hin, dass die Modulwartung über Sage den Update- und Upgradeservice der Module Warenwirtschaft und Rechnungswesen beinhaltet, ausgenommen Technologiesprünge. Wie ein etwaiger Sprung konkret geartet sein müsste, um zu den Wartungskosten zusätzliche Zahlungsforderungen zu rechfertigen, bleibt dort jedoch offen.
Abkündigung Release 2.x zurück genommen
Kommt es zu weiteren Kosten für Wartungskunden, dürfte das vor allem die Bestandskunden des Release 2.x ärgern, die kürzlich auf eine Version 3.x umgestiegen sind. Sage Deutschland hat nach Informationen des is report die Softwarewartung für das Release 2.x abgekündigt aber kurz darauf diese Kündigung wieder zurückgezogen. Kunden, die weiterhin eine Version 2.x einsetzen, müssen aber mit der Folgefaktura 2007 eine zehnprozentige Erhöhung des Wartungspreises – intern als Oldtimerwartung bezeichnet – akzeptieren. Viele Sage-Kunden sind dennoch und trotz höherer Wartungskosten für die Version 3.0 gegenüber der 2.x auf das derzeit aktuelle Major-Release umgestiegen – mit einem Wartungsvertrag für kostenlose Upgrades.
Sage Deutschland will in den nächsten Tagen zu den Vorgängen Stellung nehmen.
Ein kostenloses Probeexemplar des is report können Sie hier bestellen oder per E-Mail an eantritter@oxygon.de.
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