Auch im Unternehmensumfeld gelangen zunehmend mehr mobile Endgeräte, wie etwa Handhelds oder Blackberrys zum Einsatz. Aber die mobile Abwicklung von Geschäftsprozessen über drahtlose Datenverbindungen befindet sich laut Dr. Thomas Reuner, Research Director bei IDC Central Europe noch in einem sehr frühen Entwicklungsstadium.
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…im folgenden IDC-Statement
Mobile Lösungen im Unternehmensumfeld - Viel Lärm um Nichts? Von Dr. Thomas Reuner, Research Director bei IDC Central Europe in Frankfurt Wie nur wenige andere Themen im IT Markt wird das Thema Mobility weiterhin von einem starken Hype getragen. Im Konsumentenmarkt sind der starke Absatz von Notebooks oder der hohe Verbreitungsgrad von Mobiltelefonen nicht nur Beleg für die weitverbreitete Anwendung von mobilen Technologien, sondern zunehmend auch der Ausdruck eines mobilen Lifestyles. Auf Seiten deutscher Unternehmen ist dagegen momentan eine noch eher abwartende Haltung zu beobachten. Natürlich finden sich auch im Unternehmensumfeld zunehmend mehr mobile Endgeräte, wie etwa Handhelds oder Blackberrys. Aber die mobile Abwicklung von Geschäftsprozessen (also z.B. Transaktionen oder Informationsfluss), d.h. über drahtlose ("wireless") Datenverbindungen, befindet sich noch in einem sehr frühen Entwicklungsstadium. Eine IDC-Befragung von mehr als 200 deutschen Unternehmen im August 2005 zog eine eher ernüchternde Bilanz. Nur etwa 17% der befragten Unternehmen haben eine mobile Lösung im Einsatz. In der überwiegen Mehrheit bestehen diese in Email- und Personal Information Management (PIM)-Lösungen sowie in Zugriff auf traditionelle Desktop- oder Intranet-Applikationen. Diese Applikationen zeichnet aus, daß sie auch mit begrenzten Budgets aufgrund geringer Integrationsprobleme mit bestehenden Prozessen relativ einfach eingesetzt werden können. Zumal sie nicht jedem Mitarbeiter, sondern nur einem eng umrissenen Kreis an Entscheidern, wie Geschäftsführung oder Vertrieb, zur Verfügung gestellt werden. Bei weniger als 40% der eingesetzten Lösungen handelt sich um mobile Erweiterungen von Unternehmensapplikationen wie etwa Sales Force Automation, ERP oder CRM. Wirklich innovative Lösungen wie Telematik, RFID oder Location-based Services kommen dagegen bei weniger als 10% der Lösungen zum Einsatz. Worin liegt dieser sicherlich frappierende Kontrast gegenüber dem Hype im Konsumentenumfeld nun letztendlich begründet? CEOs benötigen vor allem zwei Dinge, um den Einsatz mobiler Lösungen zu bewilligen: realistische Nutzungsszenarien und transparente Return-on-Investment-Kalkulationen. "Weiche" Argumente, wie höhere Flexibilität und Produktivität, sind besonders in Zeiten enggeschnallter Gürtel nicht ausreichend, um Projekte durchzubekommen. Vielmehr müssen konkret Prozessoptimierungen beschrieben und die Einsparpotentiale transparent aufgezeigt werden. Weitere Fragezeichen bestehen besonders bezüglich des Managements der Endgeräte, der Sicherheitsaspekte, aber vor allem der versteckten Kosten wie etwa den Gebühren der Mobilfunknetzbetreiber. Bei einem eng definierten Kreis an Entscheidern werden diese Bedenken sicherlich einfach zu überkommen sein, aber bei Entscheidungen über einen unternehmensweiten Roll-out werden sie zum zentralen Argument. Sichtbar wird dieser Sachverhalt durch die Tatsache, daß der größte Teil der befragten Unternehmen über ein Budget für mobile Lösungen von unter 100.000 Euro verfügt, wovon mehr als die Hälfte auf die Segmente Hardware und Mobilfunk entfällt. Die Ergebnisse der Befragung kennzeichnen einen Markt, der noch in einer jungen Entwicklungsphase steckt. "Early Adopters" wie das Universitätsklinikum Leipzig, das seine Patientenakten mit Tablet PCs aufnimmt oder Fraport AG, die die regelmäßige Instandhaltung und Kontrolle von technischen Komponenten an Gebäuden und Anlagen mit Hilfe einer RFID-Lösung realisiert, sind noch die Ausnahme. Um mobile Lösungen einem größeren Markt schmackhaft zu machen, müssen Anbieter ihre Marketing- Konzepte stärker auf das Unternehmensumfeld ausrichten und nicht einfach Argumente und Slogans aus der Konsumentenwerbung übernehmen. Es lässt sich schwer prognostizieren, wann genau der Markt für mobile Lösungen im Business Segement zum Massenmarkt werden wird. In der gegenwärtigen Übergangsphase fokussieren sich Anbieter weiterhin auf Email und PIM-Lösungen wie die Übernahmen von Intellisync durch Nokia und von Extended Systems durch Sybase zeigen. Beide übernommenen Unternehmen haben sich vor allem auf die Integration dieser Lösungen spezialisiert. Der "Lärm" um mobile Lösungen wird zur Cebit wieder um etliche Dezibel steigen. Doch der potentielle Gewinn aus allen diesen Marketing-Initiativen rechtfertigt die Mittel.
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