…gemeinsam betriebswirtschaftliche Standardsoftware zu entwickeln und zu vermarkten. Als erstes Ergebnis der Zusammenarbeit kündigen die beiden Softwarehäuser die in Java geschriebene, internetfähige ERP-Software Greenax an. Mehr über die neue Suite lesen Sie auch in der Cebit-Ausgabe des Fachmagazin is report, die am 8. März erscheint.
Greenax soll zunächst als Warenwirtschaftslösung für Handelsunternehmen zur Verfügung stehen und auf der CeBIT 2006 der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Es handelt sich bei Greenax aber nicht um eine komplett neu entwickelte Software-Suite, sondern um die Version 6.1 der bisherigen Business Solution des Schweizer ERP-Herstellers. "Unser Prozesswissen ist stark in die Entwicklung von Greenax eingeflossen", betont aber Ralf Gärtner, Vorstand Marketing und Vertrieb bei SoftM.
Der Preis für einen Greenax-Lizenz beträgt circa 2000 Euro pro nicht namentlich zu nennenden Benutzer. Auslieferungen von Greenax sind ab 01.04.2006 geplant. Das in deutscher, englischer und französischer Sprache verfügbare Greenax adresssiert zunächst mittelständische Unternehmen ab 50 und bis zu 1000 Mitarbeitern. Aufgrund der serviceorientierten Architektur der ERP-Suite sei es aber auch möglich beispielsweise ausgewählte Services, Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern anzubieten.
Greenax basiert laut den Herstellern auf dem J2EE-Standard und unterstützt XML. Das System sei komponentenbasiert und könne auf Basis der SOA (Service oriented Architecture)-Technologie konfiguriert und mit anderen Systemen verknüpft werden. Für die Anbindung von nicht services-basierten Altsystemen und ebensolcher Software anderer Hersteller enthält die Greenax-Architektur einen so genannten BDI Data Integrator, mit dessen Hilfe sich entsprechende Schnittstellen darstellen lassen.
Greenax sei sowohl Server- als auch Client-seitig auf Linux und MS-Windows einsetzbar. Die Software laufe auf den Application Servern JBoss und WebSphere. Im Datenbank-Bereich könne der Kunde zwischen Oracle, DB2 von IBM und dem SQL Server von Microsoft wählen.
Greenax werde mit der Technologieplattform Bison Solution, einer Entwicklungsumgebung auf der Grundlage von JAVA J2EE entwickelt. In dieser Umgebung stehe eine „Workbench" (Eclipse) zur Verfügung, mit der sich auf Basis eines Standard-Referenzmodells kaskadierend Branchen-Referenzmodelle wie auch Kunden-Referenzmodelle erzeugen ließen. Damit könnten branchenspezifische Ausprägungen und kundenspezifische Lösungen releasefähig abgebildet werden.
Greenax sei zunächst auf den Handel fokussiert, insbesondere auf die Segmente Großhandel, Handelskooperationen, Agrarhandel und auch Einzelhandel. Innerhalb der Greenax Produktfamilie werden laut den Kooperationspartnern auch neue Anwendungen für Finanz- und Anlagenbuchhaltung, Kostenrechnung und Controlling entwickelt. Sie sollen erstmals zur CeBIT 2007 präsentiert und im Laufe des Jahres 2007 zum Vertrieb freigegeben werden.
Die ERP-Software SoftM Suite des gleichnamigen Herstellers werde laut Ralf Gärtner eigenständig weiterentwickelt und so lange am Markt bleiben, wie sich dieses unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten rechtfertigen lasse. "Wir werden aber im Rahmen eines Releasewechsel unseren Kunden die Möglichkeit bieten, auf Greenax zu wechseln", erklärt der SoftM-Vorstand, und betont: "Das wird nicht vor 2010 geschehen."
Neben der SAP-Suite All-in-one konkurriert Greenax künftig auch mit der österreichischen C.I.S. AG, die mit Semiramis ebenfalls eine Java-basierte ERP-Software anbieten. Mit den 3.400 Bestandskunden von SoftM besteht in Deutschland allerdings bereits ein großes Greenax-Potenzial für die deutsch-schweizerische Allianz. Allerdings gelingt es auch der in Hannover ansässigen aber originär aus Österreich stammenden C.I.S. AG sich am deutschen Markt zu etablieren. Mit Electronic Partner gewannen die Österreicher erst in diesem Monat ein großes deutschen Handelsunternehmen für ihre ERP-Suite Semiramis.
Bild: Ralf Gärtner, Vorstand Vertrieb und Marketing bei SoftM, und Stefan Forster, Director Corporate Strategy bei Bison, präsentierten die neue ERP-Suite Greenax in München.
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