In deutscher Phonetik klingt der Titel dieses Artikels zugegebenermaßen etwas despektierlich. Da ich die Anekdote zu dem Titel Shais´ House heute morgen im...
...vornehmen Handelsblatt gelesen habe, geht das sicher auch für meinen weblog in Ordnung, denke ich. Der Kollege Nonnast beschreibt in seinem Artikel „Durchmarsch der Amerikaner“ den wachsenden Einfluss amerikanischer Mitarbeiter beim deutschen Softwarehersteller SAP und garniert ihn mit einigen Anekdoten wie eben besagten Shais´House. So hieße im SAP-Jargon der deutschen Mitarbeiter das sternenförmigen Gebäude Nummer 18, in dem das jetzige SAP-Vorstandsmitglied Shai Agassi lange sein Büro in Walldorf hatte.
Ob man persönlich den lieblichen Rhein-Auen bei Walldorf oder den kalifornischen Stränden nahe Paolo Alto den Vorzug gibt, hängt sicherlich stark von den eigenen Vorlieben ab, aber sicher auch sehr stark von den eigenen Wurzeln. Dass der seit langer Zeit in den USA lebende Agassi die Sonne Kaliforniens bevorzugt, wundert mich als Sonnenanbeter nicht. Selbst unser aller Bundestrainer gibt ihr den Vorzug gegenüber dem oft tristen und derzeit auch noch saukalten Winter, und das, obwohl er doch aus dem Ländle stammt. Ob der Standort Walldorf sich als Hauptquartier für ein globales Unternehmen wie SAP eignet, hängt aber sicher von anderen Faktoren als rein persönlichen Vorlieben ab. Dass es möglich ist, stellen die Sportartikel-Hersteller Puma und Adidas mit Bravour unter Beweis. Auch wenn in Herzogenaurach so gut wie nicht mehr gefertigt wird und sicher auch nicht jeder Designer und Marketing-Guru der Unternehmen in der fränkischen „Metropole“ arbeitet. Entscheidend für die Bedeutung des Standorts Walldorf wird also sein, ob es gelingt, von dort aus das Unternehmen weiterhin erfolgreich zu führen. Ist dies der Fall, wird auch der dynamische Shai Agassi nicht am Headquarter in Walldorf rütteln können – es sei denn er wird Vorstandsvorsitzender.
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