Fred Grüneberg, Geschäftsführer bei CIB und Implementierungspartner für den "48-Stunden-Beweis" von SAPs ERP-Päckchen Business One (SBO), sprach mit mir über den Ablauf des Tests und die Fähigkeiten der Software für den unteren Mittelstand.
In welcher Form hat Ihnen ihr Kunde Nostalgic Art seine Stammdaten übergeben?
Wir haben sie im Excel-Format erhalten. Es fand ein reiner Export mit der entsprechenden Funktionalität aus dem PC Kaufmann von Sage (Altsystem von Nostalgic Art) statt. Die Daten waren problematisch, weil die Artikelbezeichnungen in Anführungsstrichen standen oder Namen ein Apostroph enthielten. Diese Zeichen verarbeitet ein SQL-Server nicht so gern.
Wie haben Sie das Problem gelöst?
Wir haben die Daten nicht direkt über Excel in den SQL-Server importiert, sondern diese zunächst in eine ASCII-Datei transferiert. Wir hoffen aber darauf, dass bald die angekündigte neue Office-Version auf den Markt kommt, die den Datenaustausch im XML-Format ermöglicht. Dann entfällt dieser Zwischenschritt.
Wann haben Sie die Excel-Daten erhalten?
Am Freitagabend (17. Juni).
Sie hätten also theoretisch schon früher (vor Dienstag, den 21. Juni) mit dem Einrichten von SBO für ihren Kunden beginnen können?
Hätten wir, haben wir aber nicht.
Warum werden keine Bewegungsdaten übernommen?
Das ist eine Anforderung die der Kunde nicht gestellt hat, nicht eine, die wir nicht hätten leisten können.
Hätte er sie gestellt, hätten Sie dann Business One auch in 48 Stunden einrichten können?
Das wäre sicher schwieriger gewesen, weil das Datenformat, wie es der PC Kaufmann liefert, nicht so ist, dass es eine relationale Datenbank verarbeiten kann. Das heißt, wir hätten Kopf- und Zeilentabellen noch mal auseinander nehmen müssen. Das hätten wir in 48 Stunden schaffen können aber nicht in weniger als 40 Stunden.
Gibt es mit dem Advanced Layout Desinger (ALD) Probleme bei der Editierung von Dokumenten?
Nein, nach anfänglichen Kinderkrankheiten kann man jetzt professionell damit arbeiten.
Welchen Unternehmen würden Sie SBO empfehlen und welchen nicht?
Handels- und Dienstleistungsunternehmen können in erster Linie mit Business One arbeiten, Die integrierten CRM-Funktionen sind gerade für diese Branchen hilfreich. Firmen mit großer Geschäftsprozesstiefe sind sicher nicht das richtige Klientel für Business One.
Können Sie das an konkreten Funktionen fest machen?
Eine Kostenrechnung mit Kostenstellen und –trägern ist im Standard nicht in der Tiefe enthalten, wie es ein Unternehmen mit 100 Leuten benötigt. Also Betriebsabrechnungsbogen oder Prozesskostenrechnung im eigentlichen Sinne sind so in SBO nicht integriert. Dafür gibt es aber Partnerlösungen, die sich an SBO andocken lassen.
Mit Partnerlösungen eignet sich SBO also auch für Unternehmen mit mehr als fünfzig Anwendern?
Das lässt sich nicht alleine daran festmachen. Es kann sein, dass ein Unternehmen mit einer großen Fertigungstiefe ein Partner-Add-on benötigt, aber nur fünf oder zehn Anwender hat. Ein Großhandelsunternehmen mit 30 Anwendern und einfachen Geschäftsabläufen kann dagegen auch mit der Standard-Lösung auskommen. Ich würde es also nicht an der Zahl der Benutzer festmachen, sondern an den Geschäftsprozessen eines Unternehmens. Der vorhandene Pool an Zusatzprodukten ermöglicht es, dass Kernprodukt um benötigte Funktionen zu erweitern.
Sie selbst sind reiner SBO-Partner. Haben Sie Ambitionen auch in das All-in-one-Geschäft einzusteigen?
Zurzeit nicht konkret. Das ist aber auch davon abhängig, wie sich künftige Entwicklungen gestalten, von denen Sie ja auch berichten.
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