Mit der Speical Edition, einem funktional reduzierten Angebot der E-Business Suite, agierte Oracle bislang wenig erfolgreich im deutschen Mittelstand. Das soll sich künftig mit Hilfe der durch die Übernahme von Peoplesoft zu Oracle gekommenen…
…Unternehmens-Software von J.D. Edwards ändern. Oracle werde den Produktnamen Enterprise One reaktivieren und das ERP-Paket nicht direkt verkaufen, sondern laut Rolf Schwirz, Geschäftsführer von Oracle Deutschland, fast ausnahmslos über Partner vertreiben. Laut Schwirz werde Oracle aber weiterhin auch die Special Edition anbieten: „Wir gehen dual vor.“ Mit der Special Edition würde Oracle vor allem Unternehmen adressieren, die dynamisch wachsen und aufgrund dessen einfach die erweiterten Funktionen der E-Business Suite nutzen können. Die drei Produktlinien Peoplesoft Enterprise, J.D. Edwards Enterprise One und Oracle E-Business Suite sollen bis zum Jahr 2008 im Rahmen des Projekts Fusion zusammengeführt werden. Support für die drei bestehenden Produktlinien will Oracle bis mindestens 2013 anbieten.
Eine strategisch wichtige Rolle für das Anwendungsgeschäft spielt laut Schwirz Oracles Middleware. Wie Microsoft mit Dotnet und SAP mit der Business Process Platform will Oracle es ermöglichen, mittels in einer Library abgelegter Web-Services maßgeschneiderte Anwendungen für Geschäftsprozesse zu erstellen. Die Anwendungen von Drittanbietern sollen dabei eingebunden werden können.
Neben Ablösungen von bestehenden Installationen, dem Ausbau des Geschäfts mit Branchenlösungen und der beschriebenen Mittelstandstrategie will der Oracle-Geschäftsführer vor allem durch das Angebot so genannter Data Hubs neue Kunden im Anwendungsgeschäft gewinnen. Data Hubs sollen es ermöglichen Daten aus verschiedenen ERP-Systemen über Standard-Adaptoren in einer einheitlichen Datenbank vorzuhalten und konsultiert beispielsweise in Berichten für die Unternehmensleitung zu generieren.
Der Zusammenschluss mit Peoplesoft in Deutschland vollzieht sich in drei Phasen. Derzeit bestehe ein getrennter Gemeinschaftsbetrieb, noch im Monat Mai 2005 soll Peoplesoft Deutschland eine Tochtergesellschaft von Oracle Deutschland werden. Der endgültige Zusammenschluss der beiden Unternehmen soll im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres von Oracle vollzogen sein. Der Stellenabbau in Deutschland sei laut Schwirz faktisch abgeschlossen und liege unter fünf Prozent der Belegschaft. „Jeder Mitarbeiter weiß wie seine Zukunft aussieht“, betont Schwirz.
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